Arbeitslosigkeit in Deutschland: schockierende zahlen

18.01.2018

Nachdem die Zahl der Arbeitslosen monatelang von einem Rekordtief auf das nächste gesunken ist, schauen manche Experten nun skeptisch auf das neue Jahr. Sogar die Forscher des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB) geben sich erstaunlich zurückhaltend. Zählte die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) jahrelang zu den Optimisten, äußert sie sich nun verhalten. Nach drei Boomjahren rechnen die Forscher für 2018 mit einer Verschnaufpause auf dem Arbeitsmarkt. Und nicht nur sie.

Wie die BA am Mittwoch mitteilte, waren 2017 im Jahresdurchschnitt rund 2,6 Millionen Männer und Frauen hierzulande ohne Arbeit – 158000 weniger als im Jahr davor. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,7 Prozent; im Dezember bei 5,3 Prozent. Rechnet man jedoch auch jene hinzu, die mindestens 58 Jahre alt sind oder eine Weiterbildung machen, lag die Zahl der Jobsucher bei 3,4 Millionen. Vorstandschef Detlef Scheele zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden: „Das ist aus unserer Sicht außerordentlich bemerkenswert.“

Für 2018 rechnet aber auch er mit einer Abkühlung. Die Zahl der Arbeitslosen werde zwar erneut sinken – voraussichtlich aber nur noch um 60000. „Arbeitssuchende Flüchtlinge werden die Entwicklung etwas dämpfen“, prognostizierte Scheele. An der Spitze der Bundesagentur ist man überzeugt, dass Geflüchtete im kommenden Jahr in noch stärkerem Maße in die Jobcenter drängen werden. Das IAB schätzt: Ohne diese Gruppe würde die Arbeitslosigkeit um 120000 sinken. Bislang sollen 202000 Menschen aus den acht nichteuropäischen Asylherkunftsländern eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefunden haben. Laut Scheele sei das eine „schöne Zahl für sich genommen, aber angesichts der Gesamtzahl doch wenig.“